Historische Figuren

16 August 2013.

Historische Figuren

GunnarOlof Hyltén-Cavallius
Der Ethnologe Gunnar Olof Hyltén-Cavallius ist der Mann, der die meisten småländischen Sagen und Märchen eingesammelt hat. Er hat ungefähr den gleichen Stellenwert wie die Gebrüder Grimm aus Deutschland. Hyltén-Cavallius arbeitete, bei dem Einsammeln von Märchen, unter anderem mit Mickel aus Långhult und Halta Kajsa aus Ryd (Die hinkende Kajsa aus Ryd) zusammen.  Er wuchs in Vislanda auf, einem Dorf in der Nähe vom Märchenmuseum.

 

Mickel aus Långhult
Mickel gehörte zu der großen Gruppe von Menschen im ländlichen Schweden, die es nicht einmal wert waren, bei ihrem vollen Namen genannt zu werden. Die letzten dreißig Jahre seines Lebens wohnte er in einer elenden Kate, und hier schrieb er seine Märchen von 1843-44 nieder.
Es war ungewöhnlich, dass ein Almosenempfänger wie Mickel schreiben konnte, und es war auch ungewöhnlich, dass ein Märchenerzähler aus der ärmeren Bevölkerungsschicht selbst seine Märchen aufschrieb. Mickels Märchen sind drastisch und scherzhaft. Sie beinhalten oft eine vernichtende Gesellschaftskritik. Mickel erzählte Märchen und Sagen aus seiner småländischen Heimat wieder, füllte sie mit seinen eigenen Erfahrungen aus dem Leben in Armut und verlieh ihnen eine persönliche Note.

Der Nobelpreisträger Harry Martinsson über Mickel aus Långhult: Der allzu wenig bekannte Mickel aus Långhult, Hyltén-Cavallius herausragendster Aufzeichner, war ein Ventil der Phantasie des Volkes. Er war das größte Trumpfass des schwedischen Volksmärchenkreises. Ein Meister, der nie zu wissen bekam, dass er ein Meister war.
Harry Martinsson: Utsikt från en grästuva (Aussicht von einer Grassode) 1963

Die hinkende Kajsa aus Ryd
In meinem ganzen Leben habe ich keine andere Frau getroffen, deren poetisches Gefühl reicher war, als das jener unbeachteten Frau aus dem Volk. Sie besaß in ihrer Erinnerung einen unerschöpflichen Schatz an alten Liedern, Märchen und Sagen, und war noch bis in unsere Zeit hinein ein lebendes Überbleibsel aus unserer bewaldeten Heimat, aus längst vergangener mittelalterlicher Zeit. Da ihre traditionsnahen Geschichten kein Ende zu nehmen schienen, nahm ich sie als Kindermädchen zu uns, in mein Stockholmer Haus.
Gunnar Olof Hyltén-Cavallius

Die Frau war die Kleinkätnerin Halta Hajsa aus Ryd (1792-1857). Sie wurde zu einer von Hyltén-Cavallius’ besten Informationsquellen. Sie wäre auch eine jener vielen Besitzlosen gewesen, wenn nicht der junge Ethnologe eines Sommertages im Jahre 1843 zu ihrem unansehnlichen Häuschen geritten wäre. Heutzutage erinnern nur noch Schneebeersträucher und die Überrste eines Steingrundes an Halta Kajsas kleine Kate.

 

16 August 2013, 14.35

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