Das mündliche Erzählen

16 August 2013. Nyheter

Mündliches Erzählen hat es immer gegeben. Es ist eine uralte Kunstform, die aber erst in den achtziger Jahren wieder auflebte!

 
Wir wissen nicht wie alt eine Geschichte sein könnte. Eine ägyptische Geschichte, die 2000 Jahre vor unserer Zeitrechnung dokumentiert wurde, wird im 20. Jahrhunder in Schweden erzählt.
Im Westen von Afrika versammelt sich ein ganzes Dorf am Abend ums Feuer, wo jeder erzählt was am Tag und in der Woche passiert ist. Danach erzählen die Älteren wie es damals war. Je später und dunkler es wird, erzählt man immer ältere Geschichten. Jemand erzählt wie der Fluss entstand und wie die Tiere und die Welt erschaffen wurden. So hat man die Gegenwart an die Vergangenheit und das Individuelle an das Gemeinsame geknüpft.

Im Winter versammelten sich mehrere Familien in Schweden und arbeiteten zusammen. Dabei wurde natürlich auch erzählt. Man hat Garn gesponnen, Kerzen gezogen und Wolle gekämmt. Vor allem haben die Erwachsenen erzählt und die Kinder zugehört, auch wenn nicht alle Geschichten für Kinder geeignet waren.

So hat das mündliche Erzählen weitergelebt in verschiedenen Kulturen und Zeitaltern. Im 20. Jahrhundert ist die Erzähltradition in unserem Teil der Welt fast ausgestorben. Das mündliche wurde mit dem geschriebenen Wort ersetzt und noch später mit technischem Erzählen – TV, Film, Radio, Internet und Computer. In den 80-er Jahren wurde man sich dessen bewusst und man begann wieder zu erzählen. Man hat versucht die alten Geschichten hervor zu  kramen und neue zu erfinden. Festivals, Erzähler-Cafés und Schauplätze tauchten plötzlich auf, und in Schweden gibt es jährlich ein internationales Erzählfestival in Ljungby.

 

16 August 2013, 13.18

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